Die sechs digitalen Ritter

Dr. Joël Luc Cachelin beschreibt die Optik von Unternehmen, die durch die Digitalisierung und die zunehmende Plattformökonomie herausgefordert werden mit sechs «digitale Rittern». Sie sollen helfen die Notwendigkeit der Veränderung zu beschreiben. Der Begriff schliesst an die biblische Erzählung der Apokalypse an. In dieser künden apokalyptische Reiter das Untergehen der alten Welt an. Gleichzeitig symbolisieren sie eine neue Welt. Ritter erschaffen und zerstören. In der Bibel bedeuten sie Hunger, Furcht und Krankheit. Die Ritter der Wirtschaft sind etwas harmloser. Sie bringen einzig einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Veränderungsbedarf mit sich. Ignoriert das Management diesen, kann dies allerdings tatsächlich den Tod des Unternehmens oder zumindest dessen unfreundliche Übernahme einleiten. Umso wichtiger ist es, die aufziehenden Ritter zu kennen und die Folge ihres Wirkens zu antizipieren.

 

Je mehr Ritter gleichzeitig auf ein Unternehmen oder eine Volkswirtschaft zugeritten kommen, desto ausgeprägter ist der Veränderungsbedarf. 

 

Um diese Herausforderung meistern zu können, lassen wir uns inspirieren von dem Mann, der die Digitalisierung überhaupt möglich gemacht hat. Alexander Graham Bell, Erfinder des Telefons oder zumindest jenem Mann, aus der Erfindung des Telefons Kapital geschlagen hat, indem er Ideen seiner Vorgänger zur Marktreife weiterentwickelte. Er sagte u.a.

 

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere; aber wir sehen meist so lange mit Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen.“

 

Auf unserem digitalen Journey muss nichts neu erfunden werden. Wichtig ist, dass wir in antreten, heute, jetzt. Denn was viele im Zusammenhang mit dem Telefon nicht wissen: Bereits in den 1830 machte der Italienische Wissenschaftler (Studium der Chemie und Mechanik), Erfinder und Gründer Antonio Meucci die Entdeckung, dass Schall durch elektrische Schwingungen in Kupferdraht übertragen werden kann. Nachdem dieser 1850 in die USA umsiedelte, entwickelte er ein Telefon, mit dem er das Krankenzimmer seiner Ehefrau mit seiner Werkstatt verband. In den nächsten 10 Jahren vervollkommnete er seine Anordnung, präsentierte sie ab 1860 öffentlich und berichtete in der italienischsprachigen Presse. Jedoch fand er in angelsächsischen Medien keine Erwähnung. 1871 stellte Meucci für sein „Telettrofono“ schließlich einen Patentantrag, der über zwei Jahre lang nicht erteilt wurde und deshalb erlosch. Inzwischen nutzte Bell, der jetzt in den ehemaligen Werkstätten von Meucci bei der American District Telegraph Co. arbeitete, Meuccis Materialien und Unterlagen für die Patentierung „seines“ Telefons. In der Folge entstand die Bell Telephone Company, die sich später zum weltweit größten Telekommunikationskonzern AT&T entwickelte.